Dienstag, 21. Juli 2026

[Rezension] No Place to be Single

Buchcover



Infos


Titel: No Place to be Single
Autor: Felicia Kingsley
Anzahl der Seiten: 461
Verlag: More
Preis: 17,00 €
ISBN-13: 978-3-98751-139-4
Erscheinungsdatum: 17. Juni 2026
Rezensionsexemplar: Ja. Danke an den Verlag für die Bereitstellung.





Hier ist der Klatsch heißer als der Espresso 

Belvedere ist ein idyllisches Dorf in der Toskana mit Olivenhainen, Wein – und keinem einzigen heißen Single! Bis Michael D’Arcy zurückkehrt. Sofort scharen sich die Frauen um ihn. Nur Elisa ist immun gegen das Liebesfieber. Sechzehn Jahre sind vergangen, seit sie mit Michael die Sommer auf dem Weingut Le Giuggiole verbrachte. Aus Freunden sind Fremde geworden und aus dem Michael von früher ein arroganter Finanzinvestor, der sich als ihr größter Rivale entpuppt. Denn was die Zukunft des Weinguts angeht, lässt Elisa nicht mit sich reden. Doch was, wenn zwischen Pappardelle und Chianti plötzlich Gefühle hochkochen, die niemand hat kommen sehen? 


Mit Courting hatte ich Anfang des Jahres ein absolutes Highlight und genau aus diesem Grund, habe ich mich auch so sehr auf das neue Buch von Felicia Kingsley gefreut. Und ich kann euch sagen, dass No Place to be Single mich mit der selben spritzigen, charmant-chaotischen Energie in seinen Bann geschlagen hat, wie bereits Courting.

Im idyllischen Dorf Belvedere in der Toskana ist eines Mangelware: heiratswillige Single‑Männer. Entsprechend groß ist die Aufregung, als Michael D’Arcy gemeinsam mit seinem Freund Charles zurückkehrt. Plötzlich hoffen alle, dass er der nächste große Fang wird. Nur Elisa, die das Weingut mit Leidenschaft führt, bleibt erstaunlich unbeeindruckt. Zwischen ihr und Michael steht nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit, sondern auch ein handfester Konflikt: Er will das Anwesen verkaufen und in etwas völlig Neues verwandeln, während Elisa für jede Rebe und jeden Stein kämpft.

Elisa war eine Protagonistin, die ich auf der einen Seite sofort mochte und die mir auf der anderen Seite manchmal mit ihrer sturen und verurteilenden Art auf die Nerven ging. Dabei war sie eigentlich allem voran eine starke, eigenständige und tief in ihrem Land verwurzelte Frau. Gleichzeitig hatte sie eine verletzliche Seite, die viel mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Ihre Rolle als Mutter und als Hüterin des Weinguts verleiht ihr Tiefe. Aber besonders mochte ich an Elisa, wie sie sich weigert, sich kleinmachen zu lassen, weder von Dorfgossip noch von Geschäftsmännern mit großen Plänen.

Michael ist auf den ersten Blick der klassische „arrogante Geschäftsmann mit weichem Kern“, aber hinter seiner kontrollierten Fassade steckt ein Mann, der mit Erwartungen, Loyalität und der eigenen Vergangenheit ringt. Tatsächlich fand ich ihn als Charakter richtig toll, weil es einfach auch Momente gab, in denen er sich nicht zu ernst genommen hat und er auch mal unbeschwert war. Dann gab es aber auch Momente, in denen Michael einen richtigen Stock im Hintern hatte. Und diese Dualität war sehr spannend mitzuerleben.

Die Dynamik zwischen Elisa und Michael war einfach nur herrlich. Die Beziehung war geprägt durch bissige Dialoge, unterschwellige Spannung, aber auch tiefere Momente. Momente, in denen man merkt, wie sehr die beiden sich gegenseitig unter die Haut gehen. Für meinen Geschmack gab es an der ein oder anderen Stelle zwar etwas zu viel Hin und Her, aber das wurde durch andere Dinge auch wieder mehr als wettgemacht.

Neben vielen kunterbunten Nebencharakteren, egal ob Dorfbewohner oder Michaels Freunde aus London, die jede Szene lebendiger machten, gab es für mich einen weiteren großen Hauptakteur in dieser Geschichte. Und das war das Setting. Die Kulisse der Toskana, mit den Weinbergen, dem Essen und den entspannten Szenen in den Städten, war eindeutig ein weiteres Herzstück. Felicia Kingsley hat mit ihren Erzählungen ein Gefühl von Zuhause geschaffen, aus dem ich gar nicht mehr auftauchen wollte.

No Place to be Single war für mich die perfekte Kombination aus toskanischem Wohlfühlsetting, wundervollen Charakteren und unheimlich viel Witz. Ehrlich, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal beim Lesen so laut lachen musste. Alles in allem also ein absoluter Wohlfühlroman, der in seiner Gesamtheit für mich ein echtes Highlight war.


Eine Kleinstadt-Romance, die man mit einem Lächeln und einem leichten Chianti‑Feeling im Herzen liest.





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